Sera Kloster – Eines der drei größten Kloster in Lhasa

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Das Sera-Kloster ist eines der “drei großen Klöster Lhasas”. Es liegt am Fuß des Bergs Sera Wuze und ca. drei Kilometer nördlich von Lhasa. Der Legende nach soll Tsongkhapa im Jahr 1409 seinen Kommentar zu einem Werk in einer Einsiedelei namens Sera Chöding oberhalb der Stelle, an der sich heute das Kloster befindet, geschrieben haben. Beim Schreiben soll eine der Seiten vom Wind davon geweht worden sein; goldene Buchstaben sollen von der Seite ausgegangen sein und sich auf einem Stein festgesetzt haben. Tsongkhapa prophezeite, dass an dieser Stelle eine große Stätte buddhistischer Gelehrsamkeit errichtet werden würde. Als Tsongkhapa 1419 starb, wurde das Sera Kloster von Tsongkapas Schüler, Sagya Yeshes, an der Stelle gegründet.

Überlieferung nach Sera Kloster

Sera bedeutet Wildrose oder Hagel. Einer Überlieferung nach wuchs die Wildrose auf dem Berg, die Sera hieß. Laute der anderen Auslegung des Namens gab es bei der Bauarbeit plötzlich starken Hagel, der auch auf Tibetisch “Sera” ausgesprochen wurde. Deswegen kriegte das Kloster den Namen. Der vollständige Name des Klosters ist Sera Mahayana. 

Ursprünglich war das Kloster ein Zentrum für Studium und Praxis von Tantra, doch schon bald nach seiner Gründung wurde der Schwerpunkt zu einer scholastisch-philosophischen Richtung geändert.

Kurz nach der Gründung des Klosters gab es zwei Fakultäten, nämlich Sera Tö und Sera Me, die das Zentrum des Klosters bildeten. Später ist das Kloster im Laufe der Zeit immer ausgebaut. Jetzt hat es insgesamt eine Fläche von 114,946 Quadratmetern. Und das Kloster besteht hauptsächlich aus der Sutrahalle, drei Fakultäten und 30 Wohnhäuser für Mönche und Lebende Buddhas. Und von den drei Fakultäten sind zwei für Philosophie und eine für Tantra.

Schwarzen Punkt auf Nasenrücken von den Kinder

Wenn wir jetzt das Kloster betreten, können wir einige Kinder mit einem schwarzen Punkt auf ihren Nasenrücken sehen. Was bedeutet das?Die schwarze Farbe kommt aus Aschen der verbrannten Butterkerzen und der schwarze Punkt ist von den Mönchen des Klosters verliehen worden. Während die Christen ihr neugeborenes Kind in die Kirche zum Taufen bringen, bringen wir Tibeter die Kinder bis 12 Jahre alt hierher zum Segen. Wir glauben, dass die Kinder wegen eines Teufels namens Thumbelina schlechten Schlaf haben. Mit schwarzem Punkt können die Kinder vor der Störung von Thumbelina geschützt werden.

Debattieren im Sera Kloster

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Ganz besonders und berühmt im Sera Kloster soll die Debatte sein. Bevor wir die Debatte zuschauen, gebe ich Ihnen noch einen wichtigen Hinweis: Sie dürfen darin Fotos oder Video machen, aber nur mit Handy, mit Kamera ist verboten. Vielleicht finden Sie es komisch. Aber Vorschrift ist Vorschrift. Die Debatte stammt eigentlich aus Indien. Im alten Indien gab es verschiedene Religionen. Die Anhänger von verschiedenen Religionen debattierten oft, wie man zur Erleuchtung kommen konnte. Hier im Sera Kloster ist die Debatte eine Diskussion über buddhistisches Wissen und auch Philosophie. Durch Debatte können die Mönche eigenes Wissen austauschen und auch eigene Lücken füllen. Deshalb sie kann auch als Lernmethode für Mönche bezeichnet werden. Vormittags memorieren und lernen die Mönche, und nachmittags finden die berühmten Debatten im Hof statt. (Außer Wochenende) Eine Debatte kann einige Tage sogar ein Jahr dauern. Sie können mal sehen, dass der Thron für den Sieger noch frei ist. Seit langer Zeit ist es schon so. Im Buddhismus sind alle gleichgestellt. Jeder darf eigene Meinungen ausdrücken. Wenn jemand alle anderen Mönche in der Debatte überzeugen und die Debatte gewinnen kann, darf er erst den Thron besteigen. Die normalen Mönche können durch Debatten ihren Rang im Kloster erhöhen und die Dalailamas und Panchen Lamas haben auch so durch Debatten ihren Titel gewonnen. Die Mönche debattieren auf Sanskrit. Deswegen können wir als Tibeter auch nicht alles verstehen.

Bei jeweiliger Debatte wird über ein bestimmtes Thema zwischen zwei, drei oder vier Mönchen diskutiert wird. Sie dürfen die anderen schimpfen und beleidigen, aber nicht wütend sein. Und auch keine körperliche Gewalt. Der Frager bleibt immer stehen und die Befragte sitzen auf dem Boden. Dabei ist es sehr temperamentvoll und geräuschvoll: Der Frager springt vor Befragten mit genau festgelegter Gestik händeklatschend auf und ab, während die umsitzenden Mönche den Fragesteller anspornen. Wenn die Mönche klatschen, heißt es, dass die Diskussion über die Frage beendet ist. Wenn der Fragesteller mit dem Handrücken in die offene Hande schlägt, dann heißt das, die Antwort des anderen Mönches ist falsch. 

Drei Sand Mandala von Sera

Eine andere Besonderheit im Sera Kloster ist Mandala. Mandala stammt aus Sanskrit, bedeutet ,,Kreis“. Hier ist ein Mandala. Im Zentrum sieht man den quadratischen Grundriss eines Tempels (Palastes), der von einem Kreis umschlossen ist. In jeder Himmelsrichtung hat der Tempel ein Tor (4 Eingänge) und jedes Tor ist in einer eigenen Farbe gestaltet.

Der Tempel (Quadrat) in der Mitte ist der Wohnort (Palast), in dem sich die Gottheiten (oder Buddhas) aufhalten. Der Kreis symbolisiert einen schützenden Ring, der den Tempel vor der Außenwelt abschottet. Die vier Tore haben verschiedene Farben und auch vier verschiedene glücksbringende Symbole. Im Buddhismus gibt es tausende verschiedene Gottheiten, dementsprechend kann sich je nach Ritual oder Zeremonie, die Bedeutung der Symbole (und der Gottheiten) ändern. 

Die Mandalas haben hauptsächlich drei Formen:auf dem Papier gemalte Mandalas, mit Sand gestreute Mandalas und aus Holz, Stein, Silver, Bronze sogar aus Gold räumlich gestaltete Mandalas. Mandalas und auch Sandmandalas, haben für tibetische Buddhisten eine sehr große Bedeutung. Die Bedeutung wird deutlich, wenn man beobachtet, mit welcher Präzision, Ausdauer, Geduld und Liebe diese wunderschönen farbenfrohen, Kunstwerke gestaltet werden. 

Für die Gestaltung der Sandmandalas, nutzen die Mönche sehr fein gemahlenen, gefärbten Sand. Der Sand ist so fein gemahlen, dass man ihn als Puder bezeichnen kann. Zuerst wird auf einer großen Holzplatte, mit Bleistift, der kreisförmige Grundriss eines Mandalas gezeichnet. Dabei wird immer von innen nach außen gestaltet.

Wenn die Vorzeichnung, die als Grundlage für die Gestaltung dient, fertig gestellt ist, wird  der farbige Sand aufgetragen, mit Hilfe von kleinen Behältnissen, mit hoher Konzentration und Detail-Liebe.

Die Feinheit des Sandes ermöglicht den Mönchen sehr feine und filigrane Linien und Konturen zu zeichnen. Der Prozess kann bis zur Vollendung mehrere Tage und manchmal auch über Wochen andauern.

Für die tibetischen Mönche haben Sandmandalas eine große meditative Bedeutung. Weil die Bedeutung so groß ist, werden diese kleinen Kunstwerke (in einem Ritual) wieder zerstört. Dabei wird das Sandmandala in einen Fluss oder anderes fließende Gewässer gestreut und tage- bzw. wochenlange Arbeit, mit einem Wisch vom Brett gefegt. So ist das Sandmandala aufgelöst!

Die Weisheit und die Botschaft dahinter steckt: “Alles im Leben ist vergänglich”. Und somit wird die segensreiche Kraft des Mandalas, mit Hilfe des Elementes Wasser und dem natürlichen Kreislauf (Wasser, Wolken, Regen) über den gesamten Planeten verteilt.

Die Große Sutrahalle ist die größte Halle und zugleich das Verwaltungszentrum des Klosters. Sie hat vier Stockwerke und wurde 1710 errichtet.  Im Kloster steht ein Schutzgott.

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